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Keine Chance dem Gebärmutterhalskrebs

 

Früherkennung rettet Leben

Susanne Huber

Jedes Jahr sterben in Deutschland etwa 1500-2000 Frauen an Gebärmutterhalskrebs. Weltweit ist dieser bösartige Tumor die zweithäufigste Krebserkrankung bei Frauen (häufigste ist der Brustkrebs). Durch regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen können jedoch bereits Vorstufen des sogenannten Zervix-Karzinoms aufgespürt und durch rechtzeitige Behandlung die Entstehung eines Tumors verhindert werden. Jede Frau in Deutschland hat ab dem 20. Lebensjahr das gesetzlich verankerte Recht einmal jährlich eine gynäkologische Krebsvorsorge durchführen zu lassen, die von der Krankenkasse bezahlt wird. Doch nur etwa 60% der Frauen zwischen 25 und 40 Jahren nutzen diese Chance der Früherkennung!

Bei der Vorsorgeuntersuchung beim Frauenarzt werden u.a. auch der Blutdruck kontrolliert, Gebärmutter und Eierstöcke abgetastet, sowie die Brüste und Achselhöhlen auf Knotenbildungen untersucht. Schwerpunkt ist der sogenannte Pap-Test, bei dem mit Hilfe eines Watteträgers oder Bürstchens Zellen von Gebärmutterhals und Muttermund entnommen werden. Diese werden auf einem Objektträger ausgestrichen, welcher dann gefärbt und unter dem Mikroskop beurteilt wird. Anhand des Zellbildes können nicht nur Krebsvorstufen erkannt werden, sondern auch z.B. Rückschlüsse auf den Hormonstatus gezogen oder Entzündungen und Infektionen (die oft auch unbemerkt ablaufen) entdeckt werden.

Susanne Huber

Häufigste Ursache für ein Zervix-Karzinom ist eine Infektion mit den „humanen Papilloma-Virus“, kurz HPV. Dieses Virus wird u.a. durch Geschlechtsverkehr übertragen, ist für Männer aber weitestgehend ungefährlich. Bei Frauen kann es die Zellen der Gebärmutter befallen und sich über Vorstufen (genannt Dysplasie und Karzinom in situ) zu einem bösartigen Tumor entwickeln. Eine Infektion mit HPV bedeutet aber nicht automatisch, dass ein Karzinom entstehen muss, die Viren können auch unbemerkt existieren. Ob und wann es zu Veränderungen kommt, kann nicht vorhergesagt werden, obgleich es eine Einteilung der verschiedenen HPV-Typen (mehr als 100) in „high risk“- und „low risk“-Kategorien gibt. Mittlerweile gibt es einen Impfstoff gegen zwei bzw. vier der häufigsten HPV-Arten. Das bedeutet also, das Risiko an Gebärmutterhalskrebs zu erkranken wird verringert, die Impfung ist aber kein vollständiger Schutz und macht die jährlichen Vorsorgeuntersuchungen ganz und gar nicht überflüssig.

Susanne Huber

Werden nun aber tatsächlich verdächtige Zellen im Abstrich entdeckt, was dann? Meist handelt es sich um (noch) relativ ungefährliche Vorstufen (Dysplasien), die sich gelegentlich auch spontan zurückbilden können. In jedem Fall muss aber die Patientin gewissenhaft zu regelmäßigen Kontrollen erscheinen, um die Entwicklung der Veränderungen zu verfolgen. Muss die befallene Stelle der Gebärmutter letztlich entfernt werden, ist das (wenn es rechtzeitig erkannt wurde!) ein relativ kleiner Eingriff, genannt Konisation. Dabei wird ein Gewebekegel (=Konus) aus der Gebärmutter, meist mittels Laser, entnommen. Dieser Eingriff kann ambulant durchgeführt werden und die Patientin kann danach noch Kinder bekommen. Im fortgeschrittenen Stadium allerdings kann die vollständige Entfernung der Gebärmutter und gegebenenfalls anderer befallener Organe unumgänglich sein.
Fazit: Es gibt unbestritten angenehmere Sachen als eine Krebsvorsorgeuntersuchung, aber schmerzhaft ist sie nicht und bei einem Frauenarzt oder einer Frauenärztin, der man vertraut ist es auch nicht allzu unangenehm. Nur einmal im Jahr und nur ein paar Minuten Zeit –  das sollte einem die eigene Gesundheit doch wert sein, oder?

 

Bilder von Susanne Huber

 

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