Kersten Thieler-Küchle, Künstlerin
Freischaffende Malerin und Bildhauerin
Ihr Leben lang wollte sie im bildnerischen Bereich aus der reichhaltigen Kulturgeschichte schöpfen. „Ich wollte schon immer Kunst studieren“, sagt die Frau mit den langen, dunklen Haaren. „Es war mir ein inneres Bedürfnis“. Wie reichhaltig Kunstgeschichte ist und wie nachhaltig man schöpfen kann, beweist ihr Atelier: Skizzenbücher, Pinsel, Farben, Leinwände, Bücher,
Bilder, Holzpuppen, Farbspektren und immer wieder Staffeleien, unfertige Gemälde. „Ohne Kunst könnte ich mir mein Leben nicht vorstellen“, sagt Kersten Thieler-Küchle. Doch erst, nachdem man sich ein gewisses Basiswissen angeeignet habe, könne man experimentieren, mit verschiedenen Stilen spielen, ist die Künstlerin überzeugt. Und was ihr auch ganz wichtig ist: Das Sehen lernen. Welche Proportionen sind und welches Größenverhältnis ist vorhanden?
Abstraktes aus realistischen Vorbildern
Aus realistischen Vorbildern könnten oft abstrakte Bilder entstehen:„Klar ist immer ein Grundgedanke, ein Thema im Kopf“, verrät sie. „Aber das Bild entsteht dann oft erst beim Malen.“ Neben Öl- und Acrylgemälden gibt es im Atelier Zeichnungen, Radierungen, Naturstudien, aber auch Collagen oder vereinzelte Bildhauerwerke. Kersten Thieler-Küchle verquickt gerne unsere Urkultur mit zeitgenössischer Kunst. Wie ihre Werke Poseidon und Apollon, die sowohl stellvertretend für das klassische Altertum stehen, aber auch für die Wurzeln unserer Kulturgeschichte. Sie verbinden also in ihrer bildnerischen Sicht Klassik und Moderne.
Eine Auszeit bedeutet Malen für sie, eine Fluchtmöglichkeit, der Hektik des Alltags zu entfliehen und sich ganz auf sich selbst zu besinnen. Auch eine innere Freiheit biete die Kunst „und außerdem kann ich mit einem Bild abstrahiert jemanden auf die Füße treten“, scherzt die Künstlerin. Oder man könne Geschichten erzählen … und die sind in ihren Augen „Basics in der Kulturgeschichte“.
Das Skizzenbuch – der dauernde Wegbegleiter
Sinnend blättert sie im Atelier in ihrem Skizzenbuch, von denen massenweise im Regal stehen. „Sie sind meine dauernden Wegbegleiter“, sagt sie. Sogar nachts liegt ein Heft bereit, um ihre Gedanken aufzufangen. Daraus können dann später großformatige Bilder entstehen. Mit ihrer letzten Ausstellung in Augsburg „All in one“ verzaubert Kersten Thieler-Küchle mit griechischen Impressionen. „Ich habe das Abbild Poseidons und Apollos seziert, Fragmente aus dem Kontext genommen, übermalt, und damit klassische Elemente mit zeitgenössischer Malerei verbunden. Ich habe abstrakte, ungegenständliche Malerei neben dreitausend Jahre alte, figürliche Abbildungen gesetzt und damit für mich einen kulturhistorischen Kreis geschlossen.“
Kersten Thieler-Küchle – Vita in Kurzform:
* 1957
Studium der Kunstgeschichte und Bildhauerei in München und Erlangen,
seit 1985 freischaffende Malerin und Bildhauerin.
Künstlergruppe CURAC
GALERIE 2 FENSTER
Berufsverband
Bildender Künstler
Kunstverein Schwabmünchen
Preisträgerin des 1. Kunst- und Kulturpreises der Stadt Schwabmünchen.
Sie lebt und arbeitet in Schwabmünchen.
Aktuelle Ausstellungen und Workshops:
www.thieler-kuechle.de
Fotos @ Christine Hornischer






