Rituale – hui, was ist das eigentlich?
Voodoo-Zauber, Aberglaube, Esoterik? Hochzeit, Weihnachten, Geburtstag feiern? Sich guten Appetit wünschen, vor dem Schlafen gehen eine Geschichte lesen oder sich zur Begrüßung die Hände schütteln? Bei diesem Wort kommen wohl jedem ganz unterschiedliche Bilder in den Kopf.
Fragt man Wikipedia, so findet sich folgende Erklärung:
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Ein Ritual (von lateinisch ritualis: „den Ritus betreffend“) ist eine nach vorgegebenen Regeln ablaufende, meist formelle und oft feierlich-festliche Handlung mit hohem Symbolgehalt. Sie wird häufig von bestimmten Wortformeln und festgelegten Gesten begleitet und kann religiöser oder weltlicher Art sein (z. B. Gottesdienst, Begrüßung, Hochzeit, Begräbnis, Aufnahmefeier usw.). Ein festgelegtes Zeremoniell (Ordnung) von Ritualen oder rituellen Handlungen bezeichnet man als Ritus.
Ein Ritual ist normalerweise kulturell eingebunden oder bedingt. Es bedient sich strukturierter Mittel, um die Bedeutung einer Handlung sichtbar oder nachvollziehbar zu machen oder über deren profane Alltagsbedeutung hinaus weisende Bedeutungs- oder Sinnzusammenhänge symbolisch darzustellen oder auf sie zu verweisen.
Indem Rituale auf vorgefertigte Handlungsabläufe und altbekannte Symbole zurückgreifen, vermitteln sie Halt und Orientierung. Das Ritual vereinfacht die Bewältigung komplexer lebensweltlicher Situationen. Auf diese Weise erleichtern Rituale den Umgang mit der Welt, das Treffen von Entscheidungen und die Kommunikation. Durch den gemeinschaftlichen Vollzug besitzen viele Rituale auch einheitsstiftenden und einbindenden Charakter und fördern den Gruppenzusammenhalt und die intersubjektive Verständigung.
Rituale ermöglichen darüber hinaus die symbolische Auseinandersetzung mit Grundfragen der menschlichen Existenz, etwa dem Bedürfnis nach zwischenmenschlicher Beziehung, dem Streben nach Sicherheit und Ordnung, dem Wissen um die eigene Sterblichkeit oder dem Glauben an eine transzendente Wirklichkeit (z. B. durch Freundschaftsrituale, Staatsrituale, Begräbnisrituale, Grabbeigaben). Derartige Rituale sind daher Ausdruck der Conditio humana, des menschlichen Selbstbewusstseins und der symbolischen Verfasstheit menschlichen Handelns.
Auch das Weihnachtsfest ist ein Ritual – die Christen feiern die Geburt Jesu – jedoch ist dieses Fest eigentlich schon sehr viel älter. Wie viele andere christliche Feiertage und Brauchtümer in unserer Kultur auch, sind die Zeitpunkte dieser Feiertage und oft auch die begleitenden Gebräuche gar nicht so eng mit der Religion und dem Christentum verknüpft, wie wir glauben:
Von alters her, waren die Menschen eng mit den Wegen der Sonne verbunden, so dass viele Zeremonien und Festlichkeiten sich an besondern Sonnenständen ereigneten. Die Wurzeln dieser Rituale gehen sehr, sehr weit in der Menschheitsgeschichte zurück.
Mit der Christianisierung wurden wichtige Freudenfeste oder Gedenktage auf bereits bestehende Festtage des heidnischen Glaubenssystems gelegt, um eine höhere Akzeptanz unter der Bevölkerung zu erreichen. Auch viele heidnische Bräuche wurden in das christliche Festzeremoniell integriert. So wurde beispielsweise das Weihnachtsfest, auf den 24. Dezember gelegt – auf den Tag der Geburt des Lichts nach der Wintersonnenwende am 21. Dezember – der historische Jesus wurde jedoch nicht an diesem Tag geboren. Vielmehr wurde die Geburt Jesu symbolisch als „Geburt des Lichtes“ auf diesen Zeitraum gelegt und man nutzte die Tatsache, dass zu dieser Zeit ohnehin überall Festivitäten zur Wintersonnenwende stattfanden um die Wiederkehr des Lichtes zu ehren.
Die Wintersonnenwende steht als Sinnbild für die Hoffnung, man feiert den Funken Licht, der aus der tiefsten Dunkelheit am Wendepunkt wieder zu wachsen beginnt. Es steht für den Kreislauf des Lebens und für das Vertrauen, dass aller Dunkelheit wieder Licht folgt, aller Schwere wieder Leichtigkeit und allem Schmerz wieder Glück folgt.
Wintersonnwendritual 2010: Direkt zur Wintersonnwende - Dienstag, 21.12.2010 - 19:00 - 22:00 Uhr
Ort: Wird noch bekannt gegeben - irgendwo im Zentrum Augsburgs
Teilnahmegebühr: 22 €
Da diese Art der Rituale von einer gewissen Gruppendynamik leben werden wir das Ritual nur durchführen, wenn genügend Teilnehmer zusammen kommen. Deshalb bitten wir Euch, Euch bis spätestens 12.12.2010 unter Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann. anzumelden.
Von Dani Ela Meinl
Fotos:
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